„Drei Kinder sind hier auf Erden – eins ist im Himmel“ Vorschau auf die „Similia“ 120 – Mein Beitrag

Werte Leserinnen und Leser, 

seit einiger Zeit schreibe ich für die Homöopathie Fachzeitschrift „Similia“ hin und wieder einen Artikel.

Hier möchte ich einen aktuellen Artikel, ein Interview zum Thema Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett aus der „Similia“ Nummer 120, mit Ihnen teilen. Aufgrund seiner Länge konnte er dort nicht ganz abgedruckt werden. So dürfen Sie gerne hier weiter lesen oder auch neu rein lesen und erfahren, welchen  Weg man mit homöopathischer Begleitung gehen kann.

 

Drei Kinder sind hier auf der Erde.

Eins ist im Himmel.

 

Homöopathie kann rund um die Schwangerschaft, die Geburt und auch in der Zeit danach eine sehr wertvolle Begleitung der werdenden Mutter und natürlich auch für den werdenden Vater sein.

Hier liebe Leserinnen und liebe Leser, möchte ich gerne ein Interview mit einer erfahrenen Mutter mit Ihnen teilen. Sie berichtet von vier herausfordernden Schwangerschaften, sowie Geburten und einem Sternchenkind, das leider nicht mehr lebt. Weiterhin können Sie mitverfolgen, wie sich die homöopathische Begleitung auf den gesamten Weg der Mutterschaft ausgewirkt hat.

Wir sind über die Jahre, durch den engen Kontakt, sehr vertraut und deswegen ist die Anrede per „Du“.

 

Frage: 

Magst Du Dich kurz vorstellen und den Lesern berichten, wie Du zur Homöopathie gekommen bist?

 

Antwort:

Mein Name ist Hanna, mittlerweile 39 Jahre alt.

Ich habe drei, beziehungsweise vier Kinder.

Drei sind hier auf Erden, eins im Himmel.

Zur Homöopathie kam ich über die Schulmedizin. Es war der Weg zu mir, zu meinem Körper und zu – wer bin ich überhaupt? Ich habe vorher viel ausprobiert, viel Schindluder getrieben mit meinem Körper und auf Menschen gehört, wo die Medizin im Vordergrund stand. Letztendlich kam ich über eine Freundin zu Dir. Ich war vorher bei einer anderen Homöopathin in Behandlung. Mir fehlte aber das Persönliche dabei und der engere Kontakt. Auch den Mut noch mal nachzuhaken, nochmal nachzufragen, so wie Du das machst. Bei Dir hatte ich dann das Gefühl, dass Du eine absolute Vertrauensperson bist und dass ich mich bei Dir vollkommen öffnen kann.

2011 ging es erst stockend los. Ich hatte noch rebelliert, weil ich ja wusste, dass es viel leichter ist, Tabletten für alle möglichen Zustände zu schlucken, als mich auf einen Weg einzulassen. Es war mir auch klar, dass es da ganz an mich geht, da muss ich mich erst einmal öffnen und ich glaube, da habe ich erst einmal zugemacht. Das war bei unserem ersten Gespräch. Eine Schlüsselsituation war dann, dass Du mir die völlige Freiheit gelassen hast, wann und wie ich mich öffnen möchte. Du sagtest, wenn Du soweit bist, dann bin ich für Dich da. Das war für mich eine wirklich gute Basis zu starten. Und dann hab ich mich Stück für Stück auf den Weg gemacht. Es war viel Arbeit. Mir half es wirklich sehr, dass ich wusste, dass Du immer erreichbar warst. Auch mal in der Nacht, wenn es einen Notfall gab. Ich habe mich vollständig angenommen, ernst genommen und ganzheitlich beachtet gefühlt.

 

 

 

Frage:

Da ja diese Similia Ausgabe über Schwangerschaft/Geburt/Wochenbettzeit ist, möchte ich Dich fragen, ob Du mit uns Deine Erfahrungen Deiner ersten Schwangerschaft 2014/2015 teilen magst?

 

Antwort:

Ich hatte sehr häufig Blasenentzündungen, weswegen ich ja auch mit Dir in Kontakt stand. Ich bekam ein Mittel von Dir und ja, ich wurde schwanger. Nicht geplant, aber trotz allem gewünscht. Damit fing der Weg an, mich überhaupt erst einmal auf die Schwangerschaft einzulassen. Viele Frauen haben einen Wunsch nach Schwangerschaft, aber bei mir war es ja wirklich sehr plötzlich. Ich habe bestimmt einen Tag gebraucht, mich da rein zu finden. Ich bin damals, denke ich, sehr naiv da rein gestolpert. Du warst trotzdem an meiner Seite und bis auf die Schwangerschaftsübelkeit ging es mir ganz gut.

 

Frage:

Ich erinnere mich, dass Du wegen der Blasenentzündung Sepia bekommen hattest. Was für ein Wunder, dass Du darauf hin so schnell schwanger wurdest. Deine Schwangerschaftsübelkeit war begleitet von Aufstoßen, Stimmungsschwankungen und Abneigung gegen Berührung. Weiterhin gab es Schwierigkeiten auf verschiedenen Ebenen. Dein Partner war noch nicht ganz aus der vorherigen Beziehung gelöst, lag in Scheidung. Auf Arbeit gab es Schwierigkeiten. Kannst Du Dich daran erinnern und wie ging die erste Schwangerschaft für Dich weiter?

 

Antwort:

Ja ganz gut. Ich bin Sonderschulfachpädagogin und arbeite mit mehrfach behinderten Kindern und Jugendlichen. Mein Betrieb wollte mich ins sofortige Beschäftigungsverbot schicken. Damit kam ich nur schwer klar. Ich wollte weiter unterrichten. Es ist nicht meine Art, einfach alles stehen und liegen zu lassen. Auch meine Kolleginnen und die zu betreuenden Kinder wollte ich nicht von jetzt auf gleich alleine lassen.

Mit meinem Partner war ich auch gerade erst ein Jahr zusammen. Er war mitten in der Scheidung. Dadurch kamen wir auch zeitig in gewisse Krisensituationen. Es gab also verschiedene Schwierigkeiten und von jetzt auf gleich in den Muttermodus zu finden, mit den Hormonen dazu, war nicht einfach. In meine Stimmungsschwankungen konnte ich mich voll rein fallen lassen. Ich hatte ja plötzlich keine Aufgabe/Arbeit mehr. Das Kind war physisch noch nicht da.

Das war der Weg, an dem Du mich begleitet hast. In diese Rolle rein zu finden, Dinge zu akzeptieren, Dinge stehen zu lassen und mich im Endeffekt doch noch mal bewusst für dieses Kind zu entscheiden. Mir wurde klar, dass zum einen mein Weg zur Arbeit doch ziemlich lang war und zum anderen meine Arbeit mit mehrfach Behinderten nicht ungefährlich ist. Es hätte schnell mal was passieren können. So war ich dann doch sicherer und es fiel mir leichter meine Situation anzunehmen.

 

 

 

Frage:

Ja, in dieser Zeit und durch die ganze Schwangerschaft habe ich Dich durch Gespräche, aber auch mit dem homöopathischen Mittel Sepia C30 gut auffangen können.

Ab der 7. Schwangerschaftswoche hattest Du einen extrem starken Juckreiz. Zusätzlich kam in dieser ersten Schwangerschaft die Übelkeit und Aufstoßen. Allgemein besser ging es Dir, wenn Du raus gegangen bist und zügig spazieren warst.

Wie war Deine zweite Schwangerschaft? Darf ich Dich danach fragen, denn es ist doch ein sensibles Thema.

 

Antwort:

Ja. Wir hatten eine Phase mit weniger Kontakt. Von 2015 auf 2016 wurde ich schwanger. Mit den gleichen Symptomen, der Schwangerschaftsübelkeit. Mein Mann war in der Scheidungshochphase, wo es auch um seine Kinder aus der ersten Ehe ging. Da ging es mir psychisch nicht gut. Ich habe den Weg zu Dir noch nicht gesucht, ich habe versucht zu verdrängen und zu mauern. Ich habe mir vorgemacht es läuft, bis ich am 1. Oktober das Kind verloren habe.

 

Frage:

Kam die zweite Schwangerschaft eigentlich genauso überraschend wie die erste?

 

Antwort:

Die war geplant. Die war sogar sehr von mir geplant. Ich hatte mit den Ovulationstests gearbeitet. Es war irgendwann an einem Spätsommerabend und eigentlich hätte der Tag schön ausklingen können, aber ich habe festgelegt, jetzt muss es sein. Ich wollte schwanger werden. Es hatte geklappt, wir hatten uns auch gefreut.

In dieser Zeit hatte ich zusätzlich ganz starke Allergieschübe. Mein Heuschnupfen war in der Hochproduktionsphase. Es lief alles extrem aus mir raus.

Es war Ende September 2016. Die Exfrau meines Mannes tauchte immer mal wieder unverhofft in der Nachbarschaft auf. Ich wollte einfach nur weg und ins Thermalbad. Möglichst lange, um erst zurück zu kommen, wenn sie wieder weg ist.

Im Nachhinein, bei den weiteren Schwangerschaften war ich richtig phobisch, was Thermalbäder anging. Keiner hätte mich da wieder hinein bekommen.

 

Frage:

Du warst im fünften Schwangerschaftsmonat. Was war genau passiert?

 

Antwort:

Es war an einem Donnerstag beim Routinecheck bei meiner Frauenärztin. Das war um 12.00 Uhr. Da war noch alles gut. Sie sagte, der Muttermund ist etwas verkürzt, aber das macht jetzt nichts. Das Baby war sehr aktiv und der große Ultraschall zeigte, dass alles ok war. Ich hatte ein bisschen Lauferei, da ich Jungkatzen hatte, die ich ins Tierheim bringen musste. Immer wieder zog es in meinem Bauch. Es war mir zwar nicht ganz geheuer. Aber ich hatte sehr gut gelernt zu verdrängen, bevor ich in die Homöopathie einstieg. Ich hatte immer das Gefühl – es wird schon nichts sein. Es steigerte sich bis zum Abend. Da sagte ich noch zu meinem Mann, ich glaube, das sind einfach die Übungswehen, wovon alle sprechen. Ich hatte einfach nicht wahrgenommen, dass ich Wehen hatte.

Mit der Zeit bin ich dann doch unruhig geworden. Es war ca. 22.00 Uhr, ich ging zu Bett. Mit der Unruhe bin ich wieder auf. Hatte den Mutterpass von der ersten Schwangerschaft mit meinem Sohn geholt und verglich beide Hefte miteinander. Es war mir nicht geheuer. Dann musste ich aufs WC und dort verspürte ich einen starken Druck nach unten. So als ob ich Stuhlgang hätte und da merkte ich, dass sich da etwas löste. Wir sind sofort ins Krankenhaus. Es wurde festgestellt, dass sich der Muttermund um 5 cm geöffnet hatte und ich dieses Kind verlieren werde. Es starb in mir.

 

Frage:

Du bist am 30.9.2016 ins Krankenhaus. Am 2.10.2016 hast Du mich kontaktiert und berichtet was passiert ist. Es wurde vermutet, dass die Ursache eine bakterielle Infektion im Vaginalbereich ist. Ich hatte Dir dann akut Aconitum verordnet. Zum Glück gab es das Mittel in dem Krankenhaus. Es wurde extra für Dich besorgt. Eine C200 war vor Ort und etwas später hast Du mir berichtet, dass Du Dich seelisch  etwas stabiler fühlst. Kannst Du Dich daran erinnern?

 

 

Antwort:

Ja, es war kurz nach meiner Ausschabung. Nachdem ich aus der Narkose aufgewacht bin, hatte ich Dich kontaktiert und gegen Abend ging es mir ein wenig besser. Und danach begann ja erst der eigentliche Weg.

 

Frage:

Möchtest Du hier an dieser Stelle mit den Lesern teilen, wie Du den bewussten Umgang mit der wirklich einschneidenden Situation erlebt hast?

 

Antwort:

Im Nachhinein weiß ich, dass ich großes Glück hatte. Ich wurde aufgefangen und durfte meinen Weg gehen. Ich durfte mein Kind solange halten, wie es für mich ok war. Ich habe den Zeitpunkt bestimmt, wo dieses Kind auf die Welt kommen durfte. So habe ich mir zwei Tage Zeit gelassen. Im Krankenhaus bin ich ganz toll begleitet worden. Von den Hebammen. Sie haben mich ein Stück weit trauern lassen.  Sie waren mit ganz wenigen Dingen für mich da. Mit Körperkontakt und Blicken gaben sie mir ihren Beistand. Ich hatte meine Mutter Nonstop an meiner Seite. Sie war einfach  für mich da, ohne viel zu reden.

Natürlich hatte ich auch meinen Partner an meiner Seite. Für die Männer sieht die Aufgabe in so einer Situation noch ein bisschen anders aus. Sie haben die Trauer und gleichzeitig müssen sie alles drum herum managen. Ich glaube, dass in solchen Situationen sich Frauen einfach doch noch mal mehr rein fühlen können und Männer da eher agieren können.

Ich hatte eine Familie, die absolut dahinter stand. Die, die es konnten sind ins Krankenhaus gekommen und haben unser Sternchen angucken können. Sie kamen in dem Gedanken, wenn Hanna das schafft, dann können wir das auch. Das gab mir enormen Halt.

Es gab im Krankenhaus das Angebot der Seelsorge. Ich finde, dass das jeder Frau in so einer Lage angeboten werden sollte. Gut wäre es, wenn es auch eine Frau wäre. Es ist so wichtig, dass jemand da ist, der einem erklärt, was auf einen zukommt. Angefangen von einer Beerdigung, was passiert mit meinem Kind, was habe ich für Rechte, was habe ich für Pflichten. Man steht selbst unter Schock. Wie gehe ich damit um?

Wir durften unser Sternchen, wie wir es getauft haben, mit nach Hause nehmen. Weil wir unter die 250g kamen. Er hatte 244g und wir durften ihn selber beisetzen. Das war auch noch mal ganz wichtig. Wir haben unsere eigene Zeremonie draus gemacht und haben Luftballons steigen lassen. Es waren alle dabei, die wichtig waren von der Familie und es war ein wunderschönes Miteinander. Vom Ausheben des Grabes, bis zum Schließen des Grabes, bestückt mit Briefen und ganz vielen Kleinigkeiten, die sich alle haben einfallen lassen. Auch diese letzte Geste, das Fliegen lassen der Luftballons, das Abgeben nach oben, war bewegend. Loslassen können und trotzdem immer bei uns. Das war mir sehr, sehr wichtig.

 

 

 

Frage:

Gab es sonst noch eine Institution von außen, bei der Du seelische Hilfe oder Beistand finden konntest?

 

Antwort:

Ja. Über die Klinik bin ich dann auch zu einer Trauerbegleitung gekommen. Zum Glück war die Frau, die das durchführt, in meiner Nähe. In einem persönlichen Gespräch konnte ich zwei Stunden lang reden und weinen und reden und weinen.

Mir wurde klar, dass dies ein Thema ist, über das im Allgemeinen nie gesprochen wird. Und so bin ich einfach auch total unvorbereitet von diesem Schicksalsschlag getroffen worden. Andererseits, wer will schon auf dieses Thema vorbereitet sein? Letztendlich bist Du es dann auf einmal, wenn es dann passiert. Da sie selbst in der 27. Schwangerschaftswoche ein Kind verloren hatte, konnte sie sich voll und ganz in meine Lage einfühlen.

Es ist ein ganz sensibles Thema und aus meiner Sicht hat eine Mutter in der 5. oder 6. Schwangerschaftswoche genauso ein Recht zu trauern, wie eine Frau, die es zu einem späteren Zeitpunkt verliert.

Mit der Zeit kamen dann auch die Wut und der Ärger, die Verzweiflung heraus. So viele Emotionen kamen auf. Und das ist eine unglaubliche Belastungsprobe auch für die Partnerschaft. Du hast mir in diesen Situationen oft geholfen, in dem Du mir die Situation aus der Sichtweise meines Partners dargestellt hast. Du erklärtest mir: „… schau mal, was er alles drum herum macht, wo Du jetzt gar nicht bereit bist dazu.“ Banale Dinge des Alltags hat er übernommen, wozu ich in dem Moment gar nicht in der Lage war. Und trotzdem habe ich ihn verurteilt, dass er das tut. Durch Deine homöopathische Begleitung in der Situation, mit Gespräch und auch einer Mittelgabe, war ich gestützt. Ich konnte mich entschuldigen und mich auch erklären, wie ich mich fühlte und warum ich dann so oder so reagiert hatte. Das war sehr förderlich für unsere Beziehung.

Später war ich dann auch noch in einer Trauergruppe. Das hat mir weiteren Halt gegeben und wir Frauen konnten uns gegenseitig, durch ähnliche Schicksale, ein Stück weit tragen.

Irgendwann bin ich durch den bewussten Umgang befriedet gewesen. Ich durfte trauern, ich hatte meine Familie, meinen ganz eigenen Abschied und viele Tränen – eben ein ganz bewusster Verarbeitungsprozess.

Viele haben sich gewundert, dass ich nach vier Monaten wieder schwanger geworden bin. Für mich war ganz klar der Wunsch da, noch einmal Mama zu werden.

 

Frage:

Ich erinnere mich auch gut an diese Zeit. Hier habe ich Dich auch noch einmal mit dem homöopathischen Mittel Sepia gut begleiten und unterstützen können. Bevor Du in Deine dritte Schwangerschaft bist, hast Du erst noch geheiratet.

Also hast Du Dich ganz bewusst, zeitnah, für das dritte Kind entschieden?

 

 

 

Antwort:

Ja. Ich hatte mich zum einen ganz bewusst noch mal für die Partnerschaft entschieden. Vorher war mir Ehe nicht so wichtig. Durch dieses Erlebnis wurde mir klar, was es bedeutet „In guten, wie in schlechten Zeiten.“. Ich habe meinem Mann den Heiratsantrag gemacht, weil es da auch für mich stimmig war. Das hat uns dann als Paar und Familie auch wieder neuen Auftrieb und Mut gegeben. Die Schwere konnte gehen und mein Sternchen war trotzdem immer in meinem Herzen.

 

Frage:

In meinen Unterlagen steht über die dritte Schwangerschaft, dass Du auch hier frühzeitig mit Übelkeit zu kämpfen hattest. Außerdem war dein Heuschnupfen hoch aktiv und Du hattest eine Unverträglichkeit auf Milch, Gluten und Mandeln entwickelt. Magst Du dem Leser kurz auch darüber berichten?

 

Antwort:

Ida war ein Wunschkind. Die Allergien wurden in dieser Schwangerschaft gefühlt mehr. Ich weiß bis heute nicht, ob es wirklich eine Allergie oder eine vorübergehende Problematik war. Die ganze Schwangerschaft über haben mich meine Ängste begleitet, dass es noch einmal passieren könnte.

Da hast Du mich auch homöopathisch wieder gut begleitet. Vor allem bei der Verlustangst – die Angst loszulassen, das war ein hartes Stück Arbeit. Es bedurfte auch immer wieder den Kontakt zu Dir. Ich habe echte emotionale Stützung durch Dich erfahren. Nicht nur durch ein homöopathisches Mittel, sondern auch durch die Gespräche mit Dir.

 

Frage:

Ja, ich hatte Dir noch einmal Sepia gegeben, da es auf Deine mentale Gereiztheit und alle anderen Symptome gut gepasst hatte. Im Mai 2017 bist Du bei einer Schwangerschaftsuntersuchung gewesen und man hatte einen Schatten auf dem Herzen des Babys festgestellt. Kannst Du Dich daran erinnern?

 

Antwort:

Ja, sehr gut. Es war auch wieder die 19. Schwangerschaftswoche. Es war der gleiche Tag – ein Donnerstag. Wir hatten wieder die große Untersuchung und ich hatte nicht nur meinen Mann, sondern auch meinen Sohn mitgenommen. Ich war im festen Glauben, das kann einem kein zweites Mal passieren. Die Gynäkologin schallte und entdeckte dabei einen weißen Fleck, einen White Spot. Zur weiteren Abklärung schickte sie mich in die nahe gelegene Uniklinik.

 

Frage:

Du hattest mich ja auf dem Weg ins Krankenhaus gleich angerufen und zum Glück die Hausapotheke dabei. Ich empfahl Dir Gelsemium C 30 zu nehmen, was Dich auffing und Dir seelische Stabilität gab. Wie ging es weiter?

 

Antwort:

Ja, ich war sehr gefestigt während der ganzen Zeit in der Uniklinik. Dieser White Spot ist ein Indikator für eine mögliche Trisomie 21. Zum Glück gab es Entwarnung und das war natürlich für uns alle eine Erleichterung. Ich hätte die Welt umarmen können. Ab da war die Welt in Ordnung.

 

 

Frage:

Zwei Wochen vor Geburtstermin gab es den Befund auf

B-Streptokokken positiv bei einer Untersuchung. Wie verlief das?

 

Antwort:

Antibiotika unter der Geburt wäre die medizinische Lösung gewesen. Eine Hebamme im Krankenhaus machte mir Mut und sagte, dass ich mich kurz vor der Geburt noch einmal testen lassen soll. Der Befund könne sich bis dahin ändern. So hatte ich das dann auch gemacht und tatsächlich konnten keine B-Streptokokken mehr nachgewiesen werden. Ich war glückselig, dass ich während der Geburt kein Antibiotikum bekommen musste.

 

Frage:

Nachdem Du zwei glückliche, lebendige Kinder auf die Welt gebracht hast und ein befriedet geborenes Kind, was nicht in dieser physischen Welt weilt, begleitet hast, wie kam es dann zur Entscheidung für eine vierte Schwangerschaft?

 

 

 

Antwort:

Ich glaube sie hatte schon von Anfang an ihren Platz.

Der Moment, in dem ich erfahren habe, dass ich noch mal schwanger bin, war schon erst mal ein Schock. Zwei Kinder zu haben, ist in der normalen Vorstellung gut. Aber wenn man von einer Frau hört, die drei Kinder hat, denkt man erst mal – oh die Arme!

Für mich war allgemein das Gefühl da, ich bin noch nicht fertig. Ich habe oft Frauen mit dickem Bauch beobachtet. Einerseits war es abgeschlossen und andererseits war der Wunsch wahrscheinlich noch da. Luisa hat sich ihren eigenen Weg geschaffen. Es war eine entspannte Zeit, Ida war aus dem Gröbsten raus, ich wollte wieder auf die Arbeit und Luisa hat sich diese beste Zeit ausgesucht.

Also ein wenig überrascht habe ich mich wieder bei Dir gemeldet. Ich erinnere mich an Deine Worte, das Du Dich über jedes Kind freust, was den Weg hierher findet und auch über jede Schwangerschaft. Das hat mir dann auch noch mal einen Auftrieb gegeben und geholfen, die Überzeugung zu finden, dass wir das schon irgendwie schaffen.

 

Frage:

September 2019 ist in meinen Aufzeichnungen, dass es da auch wieder starke Schwangerschaftsübelkeit und eine Gereiztheit gegeben hat. In dieser herausfordernden Zeit mit Ida, die gerade 2 Jahre alt war, Phillip war 5 Jahre, durfte ich Dich wieder homöopathisch begleiten. Sepia war noch einmal das passendste Mittel. Dein Gemüt wurde besser, aber die Übelkeit nicht wirklich. Wie erging es Dir dann noch?

 

Antwort:

Ja, ich konnte es nur akzeptieren, dass die Übelkeit meine Begleiterin war.

Wir hatten mit Luisa noch einen weiteren Schrecken zu verarbeiten. Bei einer Untersuchung wurde der Verdacht auf einen Gendefekt, ein DiGeorg – Syndrom, geäußert. Ich wollte mich beim dritten Kind besser vorbereiten und wir haben den Harmony Test machen lassen. Wir wollten einfach ausschließen lassen, dass unser Kind eine Trisomie 21 haben könnte. An andere Gendefekte hatten wir nicht gedacht. Hätten wir weiter gedacht, dann hätten wir von vornherein gesagt, egal was kommt, wir nehmen das Kind so oder so an.

So waren wir aber nicht vorbereitet. Es war ein reiner Schock.

Ein weiteres Mal auf dem Weg in die nahe gelegene Uniklinik hast Du mich dann homöopathisch aufgefangen.

 

 

 

Frage:

Ja, ich erinnere mich. Ich empfahl Dir Aconitum C30, die Du in Deiner Hausapotheke dabei hattest zu nehmen. Kurz darauf konntest Du weinen und Deine Ängste frei äußern.

Wie ging es dann weiter?

 

Antwort:

Eine Woche später waren wir zu weiteren Untersuchungen und zur Fruchtwasseruntersuchung einbestellt. Es war wirklich sehr hilfreich, dass wir einen empathischen Arzt zur Verfügung hatten. Ein Mensch, der nicht nur diese Fachlichkeiten aufzeigen kann, sondern Dir auch Mut mitgibt. So wie in der Homöopathie – Stück für Stück bewegen wir uns vorwärts. Wir müssen keine Panik haben, sondern wir arbeiten uns jetzt von Möglichkeit zu Möglichkeit. Ich hatte viele Gedanken in meinem Kopf, aber schlussendlich war mir ganz klar, wir wollen dieses Kind, so wie es kommt. So haben wir uns entschieden, die Fruchtwasserpunktion nicht machen zu lassen.

Trotzdem kamen mit der Zeit  die Ängste doch immer wieder hoch. Die Nerven waren wieder etwas angegriffener.

 

Frage:

Ja, ich hatte Dich in dieser Zeit mit Kalium phosphoricum Schüssler Salz begleitet. Wie erging es Dir weiter?

 

Antwort:

Ich habe angefangen, mit diesem Kind auf eine neue Art und Weise zu kommunizieren. Ich legte meine Hände auf den Bauch und für mich war das Signal ganz eindeutig: „…Mir da drin geht es völlig gut. Ihr da draußen habt ein Problem. Ihr müsst damit klar kommen. Hier drin ist alles safe.“

Meine Gedanken und der Einfluss von außen ließen mir leider doch keine Ruhe und so war mir klar, ich komme um diese Fruchtwasserpunktion nicht drum rum. Ich hätte es geschafft, aber meine Tante, die selbst ein Kind mit Trisomie 21 hat, redete mir ins Gewissen. Wenn ich bezüglich einer zu erwartenden Behinderung des Kindes mich mehr vorbereiten könnte, dann müsste es nun doch sein.

Zum Glück ist alles gut gegangen dabei, dank der Bachblüten Notfall Tropfen, die Du mir empfohlen hattest. Die restliche Zeit der Schwangerschaft war trotz allem stressig, denn die Kinder waren ja da, mein Mann hatte ganz besondere Herausforderungen im Beruf und mit seiner Familie zu bewältigen. Du hast mich in dieser Zeit weiter mit Kalium phosphoricum Schüsslersalz und Gesprächen stabilisiert.

Später hatte ich noch Verdauungsprobleme, Zahnbehandlungen, Corona war ein Thema und ich war angespannt und es fiel mir nicht so leicht, Nähe zuzulassen.

 

Frage:

Ja, da hatte ich Dich Sepia C30 noch mal nehmen lassen.

Nach einigen weiteren Herausforderungen, wie einem Schreck, als Dein Sohn plötzlich auf die Straße rannte und Du nach ihm geschrien hattest und dann plötzlich Wasser abging, was weitere Untersuchungen zur Folge hatte, kam am 29.04.2020 Deine Tochter Luisa auf die Welt.

 

An dieser Stelle möchte ich danken für Deinen Bericht und Dich fragen, ob Du mir, dem Leser noch ein Fazit geben magst? Wie wichtig ist für Dich die homöopathische Begleitung in den Schwangerschaften gewesen?

 

Antwort:

Die Begleitung durch die Homöopathie war für mich der Weg, wo ich als gesamter Mensch gesehen worden bin. Wo auf all mein Empfinden eingegangen worden ist. Auch auf Nöte oder Nichtigkeiten, wie es von anderen vielleicht gesehen worden wäre. Ich habe das Gefühl, ich werde ernst genommen, ich werde unterstützt, ich werde getragen und ich habe es trotzdem in der Hand, mich auch selbst zu heilen. In der Kombination mit der Homöopathie ist das was Wunderbares und ich wöllte es nicht mehr missen. Es gehört zu meinem Leben dazu. Es ist mein Weg in mir, die Selbstheilung zu finden. Mit der steten Stütze einer guten Homöopathin. Es ist etwas Immerwährendes, an sich zu arbeiten, sich auch von außen immer wieder anschauen zu lassen. Es ist ein Miteinander wachsen. Über die lange Zeit weiß mein Gegenüber einfach genau, was ich brauche, wo ich bin und kann da auch ganz gezielt rein gehen. Das macht für mich Homöopathie aus.

 

 

 

Frage:

Mein Gedanke ist, dass es sehr hilfreich wäre, wenn eine Frau in homöopathische Behandlung kommt, bevor sie schwanger wird. Wie siehst Du das?

 

Antwort:

Ja, das ist absolut wichtig. Es war ja auch mein Weg hin zur Schwangerschaft. Ein bewussteres Wahrnehmen findet statt.

Bevor eine Frau ein Kind in die Welt bringt, sollte ihr bewusst werden, dass sie dem Kind ja etwas mitgeben möchte. Ich kann ihm nur dann etwas mitgeben, wenn ich stabil in mir bin. Wenn ich gut mit mir bin. Wie in einer Partnerschaft. Es ist nie gut, wenn man von seinem Partner erwartet, er möge einem dieses oder jenes Bedürfnis erfüllen, weil ich es nicht kann. Ich muss doch erst einmal mit mir im Reinen und im Klaren sein.

Ich glaube, man wird immer auf dem Weg sein und das ist auch gut so.

Eine Frau sollte wissen, dass man mit einem Kind auch gewisse Abstriche machen muss. Und auch ein Stück weit von sich zurück stellen muss. Ich glaube, wenn ich nicht gefestigt in mir bin, dann werde ich irgendwann dem Kind eine Schuld geben. Nach dem Motto, Du bist schuld, dass ich bestimmte Dinge hab aufgeben müssen. Oder Du gibst mir nicht das, was ich mir erhofft habe, über Dich zu bekommen. Und ich glaube, wenn ich vorher gelernt habe, fein mit  mir zu sein, dann kann ich das Kind auch als eigenständiges Individuum sehen. So kann ich es ganz individuell begleiten und ihm den Freiraum geben, sich völlig zu entfalten. Es darf frei es selbst sein, ohne in der Mutter oder im Vater etwas ausgleichen zu müssen.

Deswegen denke ich, dass die Arbeit – die homöopathische Behandlung im Vorfeld ganz sehr wichtig ist. Egal ob es um sich selbst geht, um Partnerschaften oder eben auch in Hinblick auf alle Eventualitäten, die während einer Schwangerschaft auftreten können. Ich wünsche jeder Frau eine wunderbare Schwangerschaft, aber die Realität ist manchmal auch etwas anders. Meine Schwangerschaftsübelkeit hat mich wirklich sehr stark gefordert. So kann man von einer Homöopathin auch durch die mentale Unterstützung profitieren. Man wird nicht einfach mit einem Medikament abgespeist, sondern wirklich gut begleitet. Es ist so wichtig, da jemanden an seiner Seite zu wissen. Noch schöner, wenn das auch unter der Geburt möglich wäre, sich persönlich mit der vertrauten Homöopathin an seiner Seite unterstützen zu lassen. Vielleicht auch mit einer geschulten Hebamme, die gut homöopathisch agieren kann. Das wäre sehr wünschenswert. Das würde den Geburtsvorgang erleichtern. Es würde nicht so oft zum Stocken kommen unter einer Geburt, Komplikationen könnten stark reduziert werden. Die homöopathische Begleitung über Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit – eigentlich hört es ja nicht auf, ist wirklich immens wichtig.

 

 

Hier gibt es die Similia Zeitschrift:

https://www.shi.ch/fachhandel/literatur/zeitschrift-similia

https://www.homoeosana.ch/literatur-52/similia-von-dr-jus.html